Ein kaltnasser Start

May 30, 2017

Bei unserer Abfahrt aus Anchorage hat es geregnet - bis jetzt hat sich diesbezüglich auch nicht sehr viel geändert. Dafür hat sich während unserer Fahrt nordwärts die Landschaft langsam aber sicher von chronisch-langweiligem Wald in eine wunderbare Tundra mit Bergen soweit das Auge reicht entwickelt. Die Berge bleiben zwar fast die ganze Zeit hinter den tiefen Wolken oder einer Regenwand verborgen, wenn wir sie aber einmal sehen, können wir erahnen, wie schön Alaska wahrscheinlich wäre, wenn es mal schön Wetter ist.

 

Trotz den tristen Wetterverhältnissen ist die Stimmung bei uns aber nicht etwa trüb. Wir konnten nämlich schon am ersten Tag unserer Reise die Gastfreundschaft der Leute hier erfahren. Bei strömendem Regen hat an einer Autobahnausfahrt plötzlich ein Auto vor uns angehalten und der Fahrer hat sich erkundigt, wohin wir denn wollen. Nach einem kurzen Gespräch und einem Anruf bei seiner Frau hat uns Mark schlussendlich nicht nur den Weg zum Campingplatz gewiesen, sondern hat uns spontan zu sich nach Hause zum Nachtessen eingeladen. Zudem habe er einen grossen Garten, in welchem wir das Zelt gerne aufstellen können. Nach einem gemütlichen Abend und spannenden Gesprächen mit der Familie Doner wurde uns sogar das Gästezimmer zum Übernachten angeboten. Wir waren wirklich grosse Glückpilze. Vielen Dank noch einmal, Merry, Mark und Johanna, für eure tolle Gastfreundschaft!

 

Nach zwei weiteren Tagen auf den Velos sind wir dann (wieder bei Regen) im relativ touristischen Talkeetna angekommen. "A drinking town with a climbing problem" - von hier starten die meisten Expeditionen zum Mount Denali. Um uns aufzuwärmen, haben wir kurzerhand ein Bungalow bezogen.

 

Da der Wetterbericht weiter nördlich Schnee und Temperaturen in der Nacht unter Null prognostizierte, blieben wir schlussendlich zwei Tage in Talkeetna. So hatten wie genügend Zeit, ein letztes Mal in "Zivilisation" unsere Vorräte für die kommenden Tage bis Wochen ohne guten Einkaufsmöglichkeiten aufzufüllen. 

 

Auf unserem weiteren Weg nordwärts gönnten wir uns sogar eine kurze Strecke mit dem Zug - ein spannendes Ereignis, wenn man in einem von 4 Zügen pro Tag mitfahren "darf". Da das Bahnnetz hier nicht gerade ganz so stark überlastet ist wie in der Schweiz, konnten wir auf der Strecke diverse Male anhalten oder sogar rückwärtsfahren, wenn z.B. ein Elch oder sonst ein spannendes Tier gesichtet wurde. Bären haben wir aber leider immer noch keine gesehen...  

 

 

Mittlerweile sind wir in Cantwell angekommen. Wir hoffen auf Glück und ein Schönwetterfenster für den Denali Highway. Bei nur gerade 3 Häusern auf gut 200 km Strecke werden wir dort sicher nicht mehr so einfach ein warmes und trockenes Dach über dem Kopf finden.   

 

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