Touristenaktivitäten mit und ohne Velo

September 5, 2017

Nach der Trockenheit bei Winthroop radelten wir in den nächsten paar Tage dem Columbia River entlang. Obwohl auch hier eigentlich Wüstenklima herrscht, war das Tal (Bewässerung sei Dank) recht grün und voller Obstplantagen und Rebberge. Es stellt sich nur die Frage, wie viel Wasser der Fluss wohl weiter südlich noch führen wird, wenn hier oben so extensiv Bewässert wird…

Die Fahrt im Columbia Valley war aber doch recht schön und bescherte und viele Ausblicke (inkl. den ersten Platten kurz vor Kilometer 4'000).

Die folgenden Tage auf dem Velo waren äusserst abwechslungsreich und uns gefiel die sich stetig verändernde Landschaft wirklich gut. Trotzdem merkten wir, dass wir langsam aber sicher ein bisschen ausgebrannt waren – das viele Velofahren und täglichen Zelt auf- und abbauen ging uns an die Substanz. Um einer drohenden Drei-Monate-Velo-Depression Gegensteuer zu geben, machten wir einen Abstecher nach Leavenworth, obwohl uns diverse Amerikaner vorgängig vor diesem Ort gewarnt hatten. Leavenworth ist nämlich ein amerikanisch-kitschiger Nachbau eines bayerischen Bergdorfs, inklusive Biergärten, Sauerkraut und deutscher Beschriftung der Strassenschilder. Uns hat Leavenworth aber auf Anhieb recht gut gefallen – wahrscheinlich auch, weil es seit langen wieder einmal ein richtig aufgeräumter, «sauberer» Ort war.

 

(An dieser Stelle wären jetzt eigentlich ein paar Fotos von Leavenworth. Leider haben wir aber während unserer Ferienentspannung komplett vergessen zur Kamera zu greiffen... Eine Suche in Google spuckt aber sehr repräsentative Bilder aus.)

 

Am zweiten Abend in Leavenworth wurde unser «Urlaub» sogar noch etwas heimeliger: Wir trafen nämlich (durch mehr oder weniger grossen Zufall) Ursula und Stefan, zwei Freunde aus der Schweiz. Was eigentlich «nur» als Übergabe von zwei neuen Gepäck-Spanngummis von Veloplus angefangen hatte, entwickelte sich dann aber rasch in einen richtigen Kurzurlaub zu viert. Ursula und Stefan hatten sich nämlich spontan entschieden, auch ein paar Tage in Leavenworth zu verweilen und so konnten wir gemeinsam ein paar tolle Ausflüge unternehmen. Ihrem Mietauto sei Dank war es uns nun auch endlich einmal mal möglich, Wanderungen in etwas entlegenere Gebiete zu machen. So unternahmen wir zu viert eine wunderbare Tagestour an den Colchuck Lake. Beim zweiten gemeinsamen Ausflug in den Bikepark auf dem Stevens Pass kamen wir dann sogar noch in den Genuss vom Mountainbiken. Es war wunderbar, die Berge ausnahmsweise einmal per Sessellift zu erklimmen und auf tollen Trails einfach nur runterzufahren…

Ursula und Stefan, Merci viu mau für die tollen Tage mir euch in Leavenworth!

Nach vier kurzweiligen und erholsamen Tagen verabschiedeten wir uns von Ursula und Stefan und auch von Leavenworth und fuhren weiter Richtung Süden. Der Kurzurlaub hatte uns wirklich sehr gut getan und wir hatten endlich die Motivation fürs Velofahren wiedergefunden. Die nächsten paar Tage waren erneut sehr abwechslungsreich und die Fahrt über verkehrsarme Passstrassen und durch imposante Canyons und grüne Täler erfüllte uns mit Freude.

Bald hatten wir den Mount Rainier Nationalpark erreicht. Da das Wetter gut war und wir Dank Philipps Charme auf dem ausgebuchten Campingplatz doch noch einen Platz für zwei Nächte ergattert hatten, unternahmen wir am folgenden Tag eine Tour zum Fuss des Vulkans. Glücklicherweise hatte wir kein Gepäck dabei und konnten den wunderbaren Aufstieg mit unseren leichten Velos so richtig geniessen.

Die darauffolgenden Tagen führte unser Weg durch die Wildnis des Giffort Pinchot National Forest in Richtung der Grenze zu Oregon. Bereits bei der letzten Passabfahrt in Richtung Columbia River und der Staatsgrenze merkten wir, dass die Sicht schlechter wurde und im Tal der Rauch von Waldbränden hing. Die Überprüfung der aktuellen Feuerlage in Oregon führte dann leider zu einer grossen Ernüchterung: Unsere geplante Route im Landesinnern war nicht mehr befahrbar, weil diverse Strassen aufgrund neuer, grosser Waldbrände geschlossen waren. Nun sassen wir also in Cascade Locks, einem kleinen Ort am Columbia River fest und mussten schon wieder über unsere n weiteren Routeverlauf brüten. Wir dürfen wahrscheinlich ungeniert zugebe, dass wir wirklich ein bisschen zerknittert waren in diesem Moment… Nach einer strukturierte Analyse auf der Landkarte, ein paar Bier und dank nützlichen Tipps eines anderen Radreise-Paars, konnten wir schlussendlich eine Alternativroute über Portland ausarbeiten.

In Anbetracht der erneut heranrollenden Hitzewelle und des anstehenden Feiertag-Wochenendes (Labor Day), bei dem angeblich jeder Amerikaner irgendwohin zum Zelten geht, hatten wir keine grosse Eile zum Weiterfahren. Wir machten also das einzig naheliegende in dieser Situation:  Nach  Hood River - einem bekannten Ort zum Wind- und Kitesurfen - fuhren um uns einmal mehr etwas polysportiv zu betätigen… Hood River entpuppte sich  schlussendlich als wirklich hübscher kleiner Ort mit netten Kaffees, Restaurants und vier Brauereien – perfekt also, um einige Tage zu verweilen und uns im Windsurfen und Standup Paddling zu üben. In kürzester Zeit kam bei uns (schon wieder) richtige Ferienstimmung auf und wir mussten uns zusammennehme, dass wir nicht länger als nur ein paar Tage an diesem tollen Ort geblieben sind...

 

 

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